Warum LinkedIn und die eigene Website zusammengehören
Vor einigen Wochen ist uns ein Beitrag von Henrik Ihlo, Director LinkedIn Marketing Solutions DACH, aufgefallen. Er greift eine Frage auf, mit der wir uns bei Sehrbrock intensiv beschäftigen: Wie werden Unternehmen mit ihrem Fachwissen in KI-Systemen sichtbar? Seine Überschrift ist selbstbewusst: „Sichtbarkeit in KI-Ergebnissen beginnt auf LinkedIn“. Als Grundlage nennt er eine Untersuchung des US-amerikanischen Anbieters Profound. Darin erreichte LinkedIn bei professionellen Fragestellungen den ersten Platz unter den zitierten Domains. Das macht die Plattform auch für die KI-Sichtbarkeit interessant. Ein genauerer Blick zeigt, was die Untersuchung belegt – und wo die Schlussfolgerungen darüber hinausgehen.
Was Profound tatsächlich untersucht hat
Profound analysierte nach eigenen Angaben 1,4 Millionen Quellenverweise aus sechs KI-Suchsystemen. Die Untersuchung umfasst zwei unterschiedliche Datengrundlagen für den Zeitraum November 2025 bis Februar 2026.Bei tatsächlichen ChatGPT-Nutzeranfragen stieg LinkedIn unter den häufig zitierten Domains deutlich auf. Für den Vergleich der sechs Systeme verwendete Profound einen eigens zusammengestellten Fragenkatalog zu beruflichen Themen. Hier erreichte LinkedIn den ersten Platz.Diese Spitzenposition gilt für die untersuchten Fragen. Daraus lässt sich kein Vorrang bei jeder beruflichen oder technischen Anfrage ableiten. Profound beschreibt die Quellenlandschaft selbst als wechselhaft.
Die Aussage, KI-Sichtbarkeit beginne grundsätzlich auf LinkedIn, geht deshalb zu weit. Unsere Schlussfolgerung lautet: LinkedIn ist ein wichtiger zusätzlicher Ort, an dem Fachwissen gefunden werden kann.Auch eine grundsätzliche Bevorzugung von How-tos, Frameworks oder „Educational Posts“ belegt die Untersuchung nicht. Sie erfasst vor allem zitierte Domains und Arten von LinkedIn-Seiten.Verständliche Erklärungen und eigene Erfahrungen bleiben für Leser wertvoll. Dafür braucht es keine Begriffe wie „Answer-first“, „Discoverability-Infrastruktur“ oder „Buyability“. Unternehmen sollten Fragen beantworten, ihre Kompetenz zeigen und Kunden eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen geben. Das lässt sich ohne neue Marketingsprache ausdrücken.
LinkedIn verbreitet Wissen – die Website ordnet und vernetzt es
Wir nutzen LinkedIn seit längerer Zeit für fachliche Beiträge aus der Automatisierungstechnik. Unsere Themen reichen von Pneumatik und Schraubtechnik bis zur Elektrostatik. Wir stellen Produkte vor, erläutern Anwendungen und greifen Entwicklungen aus der industriellen Praxis auf.Damit zeigen wir, womit wir uns beschäftigen und wie wir technische Aufgaben beurteilen. Kunden, Partner und Fachleute können die Beiträge kommentieren, weitergeben und ihre Erfahrungen ergänzen.
Auf der eigenen Website können wir diese Themen ausführlicher behandeln und dauerhaft miteinander verbinden. Ein Produktbeitrag lässt sich dort mit technischen Grundlagen, typischen Anwendungen, passenden Systemlösungen und Erfahrungsberichten verknüpfen. Leser können sich so eine Fragestellung Schritt für Schritt erschließen.
Diese Ordnung soll auch unsere fachlichen Schwerpunkte deutlicher erkennbar machen. Einzelne Veröffentlichungen zeigen Ausschnitte unserer Arbeit. Ihre Verbindung vermittelt ein umfassenderes Bild davon, welche Produkte, Leistungen und Erfahrungen bei Sehrbrock zusammengehören.
Redesign für eine bessere KI-Sichtbarkeit
Auf unserer Website sind über die Jahre viele Inhalte hinzugekommen. Mit dem Redesign geben wir ihnen eine klarere Struktur und berücksichtigen zugleich die veränderten Anforderungen an die Auffindbarkeit in Suchmaschinen und KI-Systemen. Zur technischen Weiterentwicklung gehören semantisches HTML und strukturierte Daten. Sie beschreiben beispielsweise, ob eine Seite unser Unternehmen, ein Produkt oder einen Fachartikel behandelt. Die Grundlage bleibt der Inhalt selbst.
Wir möchten deshalb mehr Wissen aus unserer täglichen Arbeit veröffentlichen: Erfahrungen mit technischen Anwendungen, Kriterien für die Produktauswahl und Antworten auf Fragen aus der Beratung. Geplante Experteninterviews sollen diese Inhalte ergänzen.Website und LinkedIn sollen dabei enger zusammenspielen. Neue Fachartikel stellen wir auf LinkedIn vor und verlinken weiterführende Informationen. Rückfragen und Diskussionen aus dem Netzwerk können wiederum Anregungen für zusätzliche Beiträge liefern.
Für uns ergänzen sich beide Kanäle. LinkedIn ermöglicht den aktuellen Austausch. Auf unserer Website bauen wir das fachliche Informationsangebot auf, ordnen es und entwickeln es weiter. Aus der Profound-Untersuchung lässt sich kein Bedeutungsverlust der eigenen Website ableiten. In einem weiteren Beitrag stellen wir das Redesign genauer vor. Wir zeigen, wie unsere Unternehmensbereiche mit Fachartikeln vernetzt werden und wie Konzeption, redaktionelle Betreuung und technische Umsetzung ineinandergreifen. Ausgangspunkt dieses Beitrags:
Quellen
- Henrik Ihlo: Wie beeinflusst Künstliche Intelligenz B2B-Kaufentscheidungen?
- Zugrunde liegende Untersuchung: https://www.tryprofound.com/blog
Update: 09.10.2026 – Kategorie: Sehrbrock